Fragen & Antworten zu Windrädern und Windenergie

Warum sind hohe Windräder in Bayern wichtig?

Hohe Windenergieanlage erlauben die Nutzung sehr dauerhafter Windströmungen in größeren Höhenlagen und oberhalb rauer Oberflächen, wie sie zum Beispiel Bayerns Wälder bieten. Solche Windkraft-Standorte werden immer wichtiger, um einerseits unsere Klimaschutzziele zu erfüllen und andererseits eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten – langfristig zu 100 % aus regionalen und erneuerbaren Quellen.

Warum sollen gerade Waldflächen für Windenergie genutzt werden?

Der Wald ist von jeher ein wichtiger Energiespeicher und -lieferant. Holz ist gespeicherte Sonnenenergie! Auf einem Hektar Wald wachsen jährlich acht Festmeter Holz nach. Würde man dieses Holz verbrennen, ließen sich 1.800 Liter Heizöl ersetzen. Mit der Windenergie steht jetzt über den Baumkronen eine zusätzliche regenerative Ressource zur Verfügung, die nur minimale Flächen benötigt. Im Umfeld einer Windkraftanlage bleibt der Wald vielfältiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Erholungsgebiet für uns Menschen.

Wie viele Windräder im Wald gibt es?

1200 Windräder stehen Ende 2015 bundesweit in Wäldern, also etwa jede 20ste Anlage – das zeigt eine Untersuchung der „Fachagentur Windenergie an Land“ (FA Wind). In NRW waren es Ende 2015 genau 43 von 3174 Anlagen insgesamt. Das entspricht gut einem Zehntel Prozent oder rund einer von Tausend Anlagen.

In welchen Regionen stehen Windräder im Wald?

In acht von 13 Bundesländern (ohne die Stadtstaaten) setzen die Landesregierungen inzwischen auch auf Windenergie im Wald. Die Vorreiter sind – nicht zufällig – durchgehend die Länder, die auch den größten Anteil von Wald haben. Sie wollen auch diese Flächen nutzen, um ihre Ziele beim Ausbau der Erneuerbaren für den Klimaschutz umzusetzen.

Wie viel Wald wird für ein Windrad gefällt?

Die kurze Antwort lautet: Kein Wald. Denn der Gesetzgeber schreibt eindeutig vor, dass gerodete Waldstücke an anderer Stelle wieder aufgeforstet werden. Das gilt insbesondere für den Standort einer Windenergieanlage selbst, für die Stellfläche des Kranes und für erweiterte Zufahrten. Wie groß die Flächen sind, die für Bau und Betrieb eines Windrades „umgenutzt“ (so der Ausdruck im Gesetz) werden, hängt sehr stark vom konkreten Standort ab.

Wie steht es um Pflanzen und Tiere im Wald?

Der Naturschutz nimmt bei der Genehmigung eines Windrades besonders viel Raum ein. Für die Genehmigung müssen die potenziellen BetreiberInnen der Windparks zunächst im Detail untersuchen lassen, welche Tier-und Pflanzenarten an einem Standort vorkommen und ob sie durch ein Windrad oder einen Windpark gefährdet würden. Unabhängige ExpertInnen fertigen auf Kosten der WindparkplanerInnen entsprechende Gutachten für die Genehmigungsbehörden an. Wenn Windräder geschützte Arten bedrohen, dürfen sie meist nicht und nur stark verändert gebaut werden. Bei Windenergieanlagen in Wäldern stehen insbesondere Fledermäuse und Vögel (Singvögel und Greife vom Baumfalken bis zum Uhu) im Fokus der Untersuchungen.

Warum sind Fledermäuse so ein großes Thema?

Weil das Thema für die Windkraft neu ist. Im offenen Land werden seit jeher Untersuchungen zu allen denkbaren Vogelarten gemacht. Das ist weder für die WindkraftplanerInnen noch für die Genehmigungsbehörden etwas Neues. Fledermäuse nisten aber vornehmlich in Bäumen und treten darum besonders an und in Wäldern auf. Inzwischen zeigen Untersuchungen, wie Wind und Fledermäuse sich nicht in die Quere kommen: Fledermäuse sind bekanntlich nur nachts unterwegs, sie fliegen vor allem im Spätsommer bei (Nacht-) Temperaturen über 10 Grad, sie fliegen nicht im Regen und sie fliegen nur, wenn die Windgeschwindigkeit deutlich unter 14 Metern pro Sekunde liegt. Moderne Windenergieanlagen werden darum mit Sensoren und einer Automatik ausgerüstet, die die Windräder in diesen Zeiten ausschaltet. Da Fledermäuse vor allem in windarmen August-Nächten fliegen, bleiben die Ertragsausfälle für die BetreiberInnen überschaubar. So können sich Windräder und Fledermäuse gut arrangieren.